Es gibt diesen einen Moment auf jeder Indonesien-Reise, an dem ich merke: Jetzt geht's wirklich los. Nicht bei der Landung in Medan, nicht mal beim ersten Nasi-Goreng nach dem Flug — sondern irgendwo auf der Fahrt Richtung Süden, wenn die Straßen enger werden und die Luft langsam kühler. Dann weiß ich: gleich kommt der See.
Jedes Jahr, wenn wir in Indonesien waren, gab es dieses eine Ziel, das feststand: Danau Toba. Egal wie der Rest der Reise aussah, egal wie viel Zeit wir sonst hatten — der See war immer dabei. Kein Ausflug, eher ein fester Programmpunkt, so selbstverständlich wie der Besuch bei der Familie selbst.
Der Weg dahin ist Teil der Geschichte


Früher sind wir mit Malaysia Airlines über Kuala Lumpur nach Medan geflogen, in den letzten Jahren eher mit Emirates, Etihad oder Qatar Airways über Jakarta. Lange Flüge, aber die eigentliche Reise fängt für mich erst in Medan an. Dort blieben wir immer ein paar Tage, bevor es weiterging.
Auf dem Weg nach Danau Toba haben wir außerdem immer meinen Großvater und meine Onkel besucht, die in Siantar bzw. Tebingtinggi wohnten — meistens nur für ein paar Stunden, aber ein fester Zwischenstopp, bei dem sich schon angefühlt hat: jetzt sind wir wirklich in der Heimat der Familie angekommen.
Danach ging's per Auto weiter nach Parapat, dem Ort, von dem die Fähre abfährt. Und diese Fahrt ist nichts für schwache Nerven. Das sind keine Serpentinen, wie man sie aus Deutschland kennt, mit Leitplanken auf beiden Seiten und großzügigen Kurvenradien — das sind enge, unübersichtliche Kehren, und auf denselben Straßen fahren ganz selbstverständlich auch Busse hoch und runter. Kommt einem so ein Bus an einer der engsten Stellen entgegen, bleibt oft nur eins: alle anderen Autos müssen reagieren. Rückwärts ein Stück zurückrollen, warten, wieder ein Stück vorfahren, den Bus vorbeilassen — und das alles auf einer Straße, die für zwei Fahrzeuge nebeneinander eigentlich gar nicht gedacht ist. Man kommt an, isst erstmal was in Parapat, wartet auf die Fähre, fährt mit dem Auto drauf — und dann geht's rüber nach Tuk Tuk.
Tuk Tuk und das Carolina


Von der Fähre ging's meistens direkt weiter zum Carolina (Platzhalter — Booking.com-Affiliate-Link folgt, Unterkunft geschlossen, Alternative wird noch bestätigt) — für uns über die Jahre praktisch der feste Ankerpunkt am See. Dort blieben wir dann einfach ein paar Tage. Und das war wirklich Urlaub im eigentlichen Sinn: am Wasser sitzen, angeln, Bücher lesen, nichts müssen.
Eine Erinnerung, die bis heute hängen geblieben ist: An einem der Gemeinschaftsstrände kam plötzlich eine Schlange vorbei — und im nächsten Moment war der ganze Strand in heller Aufregung, alle haben mitgeholfen, sie zu verjagen. Nicht unbedingt das, was man sich unter "entspannter Seeurlaub" vorstellt, aber genau die Art von Geschichte, die hängen bleibt.
Mein Tipp, wenn ihr heute hinfahrt
Mittlerweile würde ich sagen: Mietet euch einen Roller. Damit kommt ihr easy von eurem Homestay oder eurer Lodge aus um die Insel, haltet an der nächsten Strandbar oder dem nächsten Café, trinkt was, esst eine Kleinigkeit, fahrt weiter zum Schwimmen — und wieder weiter. Genau dieses Tempo macht Tuk Tuk aus.
Ein paar praktische Punkte:
- Anreise: Man muss heute nicht mehr zwingend die lange Fahrt über Parapat machen — mittlerweile kann man auch direkt in die Region fliegen, über den Flughafen Silangit, unter anderem mit Super Air Jet.
- Reisezeit: Die beste Reisezeit unterscheidet sich in Indonesien insgesamt nicht stark übers Jahr.
- Wo am See: Grundsätzlich sind alle Seiten von Danau Toba empfehlenswert — wir sind aber immer wieder nach Tuk Tuk zurückgekehrt, das ist für uns bis heute der Ort mit der Verbindung.
- Verbindung unterwegs: Für die langen Reisetage und um am See erreichbar zu bleiben, nutzen wir mittlerweile eine eSIM (Platzhalter — Airalo-Affiliate-Link folgt) statt einer lokalen SIM-Karte — spart die Suche nach einem Kiosk direkt nach der Landung.
Mehr zum Thema Reisen und was Karlo & Joshi sonst noch über Indonesien abseits von Bali zu sagen haben: Folge 5 "Warum Indonesien nicht nur Bali ist" (Platzhalter — Link zur Episode folgt) von Halb & Halb.